Wie geht es der Kinderfeuerwehr in Rödinghausen?

„Die Kinder würden lieber zum Dienst kommen“

Für die Kinderfeuerwehr in Rödinghausen war die Corona-Zeit nicht leicht. Leiterin Christin Lamsfuß-Mende erzählt, wie der Nachwuchs bei der Stange gehalten wurde, und wie es nun weitergeht. Kameradschaftsabende, das Treffen im Gerätehaus, Übungsdienste – vieles blieb bei der
Feuerwehr in den vergangenen Corona-Monaten auf der Strecke. Auch die Löschzwerge in Rödinghausen konnten sich sehr lange nicht treffen. Wie war das Jahr? LAMSFUSS-MENDE: Anfang des Jahres konnten wir noch vier Dienste, also unsere regelmäßigen Treffen, machen. Danach war es damit Corona-bedingt erst einmal vorbei. Wir haben an jedem Samstag, an dem sonst ein Dienst gewesen wäre, den Kindern Aufgaben zugeschickt. Die Jungen und Mädchen sollten zum Beispiel ausfüllen, was alles zur Feuerwehr-Ausrüstung gehört .Außerdem habe ich Videos gemacht und darin erklärt, was sich alles in einem Löschfahrzeug befindet, welche Aufgaben die jeweiligen Einsatzgruppen haben. Im Laufe der Zeit wurden die Aufgaben weniger bearbeitet, weil für die Kinderauch das Homeschooling dazukam. Und viele Eltern haben uns gesagt: Die Kinder sind traurig, da sie lieber zum Dienst kommen würden. Im Oktober durften wir uns dann einmal wieder treffen. Wie viele Kinder waren dann noch dabei? Alle 29 aktiven Kinder waren da. Bis jetzt haben wir noch keine großen Verluste an aktiven Mitgliedern. Wir starten jetzt wieder am 3. Juli. Erst dann werden wir sehen, wer weiterhin kommt, und wer nicht. Aber: Viele Jungen und Mädchen, die noch nicht mitgemacht haben, haben schon gefragt, wann wir wieder starten würden. Was blieb im vergangenen Jahr auf der Strecke? Vor allem das soziale Miteinander. Wir haben bei den Diensten immer viel mit den Kindern geredet, das fehlte jetzt komplett. Auch das Miteinander im Betreuer-Team blieb auf der Strecke. Durch die Aufgaben für Zuhause konnten wir zumindest Kontakt zu den Kindern halten, damit sie nicht denken, wir würden sie vergessen. Wir wollen zeigen, dass wir da sind und dass es die Kinderfeuerwehr trotz Corona weiterhin gibt. Haben Sie sich mal Sorgen um die Löschzwerge gemacht? Nein, eigentlich nicht. Welches Problem ich sehe: Zwei bis drei Kinder müssen bald vom Alter her in die Jugendfeuerwehr wechseln. Die Eine sagt aber: „Ich will noch nicht rüber, mir wurden zwei Jahre in der Kinderfeuerwehr geklaut“. Leider muss ich sie aber abgeben. Deshalb wollen wir diese Jungen und Mädchen langsam in die Jugendfeuerwehr eingliedern, so dass sie zeitweise noch zur Kinderfeuerwehr gehen dürfen. Ein Blick nach vorne: Sie wollen bald wieder starten. Wie geht es wieder los? Wir freuen uns, dass es wieder losgeht. Am 3. Juli gibt es den ersten Dienst seit langer Zeit. Dann werden wir zunächst mit den Kindern sprechen und sie fragen, wie es ihnen geht, was ihre Wünsche sind. Was aus dem letzten Jahr liegen geblieben ist, ist die Übergabe der Abzeichen „Flammen“. Die Flammen Eins und Zwei haben wir 2020 noch abgenommen. Die Urkunden liegen seitdem bei mir im Schrank. Wir wollten, dass die Urkunden feierlich mit dem Wehrführer übergeben werden – und wir sie nicht einfach Zuhause vorbeibringen. Die Kinder sollen sehen, dass sie für die Leistung anerkannt werden. Außerdem wollen wir in diesem Jahr wieder eine Weihnachtsfeier veranstalten, wenn es Corona zulässt. Die Übungsdienste finden immer am ersten und dritten Samstagmorgen im Monat in der Dreifach-Turnhalle Schwenningdorf statt. Wie sieht solch ein Treffen aus? Nach einer Begrüßung gibt es zunächst ein Aufwärmspiel. Dann gibt es drei Stationen: etwas Feuerwehrtechnisches, ein Spiel und etwas Kreatives. Dafür werden Gruppen gebildet, und nach etwa 30 Minuten wird die Station getauscht. Es soll ein Mix aus Theorie und Praxis sein. Stehen bei euch Änderungen an? Wir sind dabei, unser Logo zu verändern. Das Logo haben wir während eines Dienstes zusammen mit den Kindern entworfen. Sie haben die Farben und das Aussehen festgelegt, mein Vater, der auch zeitgleich Betreuer ist, hat es mit einem PC-Programm digitalisiert. Wir haben nun einen Grafiker an der Hand, der für uns ein neues Logo gestaltet. Zudem möchten wir endlich eine einheitliche Dienstbekleidung für uns Betreuer und die Mitglieder haben. Wer kann alles bei der Kinderfeuerwehr mitmachen? Jeder, der will, und zwischen sechs und zehn Jahre alt ist. Es darf jeder hineinschnuppern. Wir sind offen für alle. Wir nehmen auch keinen Beitrag, freuen uns aber über eine Spende.

Über die Kinderfeuerwehr Rödinghausen
Die Löschzwerge wurden 2018 gegründet. „Als erste Kinderfeuerwehr im Kreis Herford“, sagt Christin Lamsfuß-Mende (30),die Gemeinde-Kinderfeuerwehrwartin in Rödinghausen. Die Kinderfeuerwehr soll die Jüngsten im Grundschulalter spielerisch an die Tätigkeiten einer Feuerwehr heranführen. In normalen Zeiten treffen sich die Löschzwerge zweimal im Monat in der
Mehrfachsporthalle in Schwenningdorf: jeden ersten und dritten Samstag im Monat von 10 bis 12Uhr. Zuletzt waren es 29 aktive Kinder. Alle Jungen und Mädchen zwischen sechs und zehn Jahre sind willkommen. Ältere Kinder gehen dann zur Jugendfeuerwehr.
Wer Interesse oder Fragen hat, kann sich bei Christin Lamsfuß-Mende per E-Mail an loeschzwerge roedinghausen@web.de melden.

Christin Lamsfuß-Mende(oben auf dem Bild) ist Gemeinde-Kinderfeuerwehrwartin und verantwortlich für die Kinderfeuerwehr Rödinghausen, die Löschzwerge. Sie selbst ist Mitglied der Löschgruppe Schwenningdorf.

Quelle: NW vom 24.06.2021