Rödinghausen gegen Rechts

Gemeinde positioniert sich klar – Feuerwehr entfernt Schmierereien
Am Mittwoch haben Unbekannte Hakenkreuze auf die Straße Zum Kiebitzgrund in Bruchmühlen und auf einen dort abgestellten Container gesprüht. Passanten informierten den Staatsschutz Bielefeld und der wandte sich am selben Abend an die Gemeinde Rödinghausen und bat um kurzfristige Entfernung der verfassungsfeindlichen Symbole.


„Für mich ist sowas einfach unglaublich und macht mich fassungslos und traurig“, sagt Bürgermeister Siegfried Lux. „Bis heute spukt das zentrale Symbol des national-sozialistischen Unrecht- und Verbrecherstaats in manchen Köpfen herum und gelangt, wie jetzt hier bei uns, als gezielte oder auch nur unbesonnene Provokation und Schmiererei auf Wände, Grabsteine, Straßen oder Container.“ Gerade in Zeiten, in denen wieder unschuldige Menschen auf kriegerischer Weise sterben müssten und antisemitische Symbolik, hetzerische Parolen gegen Minderheiten, Religions-gemeinschaften und Andersdenkende oder nur anders Aussehende verstärkt in den Fokus gelangten, sei solch ein Verhalten absolut inakzeptabel. „Ich frage mich wirklich, ob solche Menschen ohne Verstand sind“, sagt Bürgermeister Lux. „Ein bisschen Nachdenken und ein kleinwenig Geschichtskenntnis helfen manchmal.“
Um die Schmierereien möglichst schnell zu entfernen und Kosten für die Bürgerinnen und Bürger zu sparen hat die Gemeinde kurzerhand die Feuerwehr gebeten, die rechten Symbole zu entfernen. „Nach Rücksprache mit dem Bauhof und Feuerwehrleiter Marcel Breitenfeld, haben die Kameraden der Löschgruppe Schwenningdorf die Entfernung übernommen und wir mussten keinen kosten- und zeitintensiven Reinigungsdienstleister beauftragen“, erklärt Geschäftsbereichsleiter Daniel Müller. Unter der Leitung von Löschgruppenführer Marcel Schmidt rückten die freiwilligen Feuerwehrleute mit dem TLF 3000 und einem mobilen Hochdruckreiniger an und entfernten die Graffiti gesetzeskonform. „Der Einsatz vor Ort dauerte rund eine Stunde und zeigt, dass die Feuerwehr Rödinghausen auch im Kampf gegen die Feinde von Freiheit und Demokratie engagiert vorgeht“, so Daniel Müller.
„Das Reinigen solcher Schmierereien kostet die Allgemeinheit Geld und in diesem Fall einen völlig unnötigen Aufwand für unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte“, sagt Siegfried Lux. „Dabei sollten unsere Ordnungskräfte für wichtigere Aktionen zur Verfügung stehen und haben in der heutigen Zeit mit den CORONA-Maßnahmen und der allgemeinen Gefahrenabwehr wirklich genug zu tun.“ Der Staatsschutz befasse sich bereits mit den Schmierereien. „Und diejenigen, die dafür verantwortlich sind oder die wir dabei erwischen, werden wir ohne zu zögern entsprechend den uns gesetzlich zur Verfügung stehenden Mitteln zur Rechenschaft ziehen“, kündigt der Bürgermeister an.
„Ich bedanke mich herzlichen bei unseren ehrenamtlichen Kräften für die schnelle Abhilfe und das tatkräftige Eingreifen. Und ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger, uns solche Entgleisungen sofort zu melden. Sachdienliche Hinweise zur Aufklärung solcher oder ähnlicher Aktionen nehmen wir als Gemeinde gerne entgegen“, sagt Bürgermeister Siegfried Lux.
Bild: Mit einem mobilen Hochdruckreiniger entfernten Feuerwehrleute der Löschgruppe Schwenningdorf die Schmierereien.