Parkstr.

Samstag, gegen 18.30 Uhr, Parkstraße: In dem ruhigen Wohngebiet hinter dem Wiehen-Park wimmelt es von Feuerwehrleuten, Sanitätern, Notärzten, Rotkreuzlern und Polizisten. Aus der gesamten Region rücken Kräfte an. Überall ist Blaulicht. Die Lage sei zunächst unüberschaubar gewesen. „Wir sind von einem Massenanfall von Verletzten ausgegangen“, sagt Andreas Paul.

Ist der MANV erst einmal ausgelöst, rollt die automatische Alarmkette an. Der Co-Chef der freiwilligen Wehr aus Rödinghausen – allein sie ist mit 45 Helfern vor Ort – leitet den Einsatz, der eigentlich recht unspektakulär beginnt.

Der Rettungsdienst der Feuerwehr Bünde wird zu dem von der Gemeinde angemieteten Flüchtlingshaus gerufen, in dem elf Menschen aus drei Familien wohnen. Ein Junge im Kindergartenalter leidet unter akuter Atemnot.

Als der CO-Melder Alarm schlägt, muss es schnell gehen: „Wir haben das Gebäude sofort evakuiert“, sagt Andreas Paul. Das Tückische an Kohlenmonoxid: Das CO-Gas ist besonders gefährlich, weil es farb-, geruch- und geschmacklos ist und sogar durch Betondecken und Wände dringen kann. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen oder schweren Vergiftungen durch Kohlenmonoxid.

Zu den häufigsten Ursachen zählt der unsachgemäße Umgang mit Holzkohlegrills – so wie am Samstagabend in der Rödinghauser Parkstraße geschehen. „Der Grill stand unter einem Vorbau an einem offenen Fenster und einer offenen Tür. Ungünstige Winde haben die giftigen Gase dann ins Haus geweht“, sagt Andreas Paul. Nach der Räumung der Wohnungen wird das Gebäude ausgiebig gelüftet – natürlich unter Atemschutz.

Obwohl die CO-Werte schnell wieder sinken, geht die Feuerwehr auf Nummer sicher und sperrt den Zutritt zum Haus. „Wir bringen die Bewohner für eine Nacht woanders unter“, sagt Ordnungsamtsleiter Daniel Müller. Erst am Sonntag, nach einer erneuten Messung mit negativem Ergebnis, dürfen die Familien zurück in ihr Zuhause.
Quelle: Westfalen Blatt