Mehr als 100 Mal im Einsatz

Zu einem Großeinsatz der Feuerwehr Rödinghausen kam es am 6. Oktober an der Wehmerhorststraße. In der Küche eines Wohnhauses war ein Feuer ausgebrochen. Foto: RaskeRödinghausen WB
„Rechnerisch waren wir jeden dritten Tag im Einsatz“, zieht Marcel Breitenfeld Bilanz. Der Leiter der Rödinghauser Feuerwehr hat im Ausschuss für Feuerwehr, Sicherheit und Ordnung gemeinsam mit den Vertretern der Fraktionen einen Blick auf die ersten elf Monate des laufenden Jahres geworfen. Insgesamt 108 Mal rückten die freiwilligen Helfer aus. Davon 86 Einsätze alarmiert durch die Kreisleitstelle in Hiddenhausen, wo alle 112-Anrufe aus dem Kreisgebiet ankommen. Hinzu kommen zusammengerechnet 22 Dienstleistungseinsätze der Löschgruppen Schwenningdorf, Bieren und Rödinghausen sowie des Löschzugs Kilver.„Die Einsätze gliedern sich unter anderem in 17 Feuermeldungen, 16 automatisch ausgelöste Brandmeldeanlagen und 63 Hilfeleistungen beziehungsweise technische Hilfeleistungen“, zählt Breitenfeld auf. „Zwei Mal haben wir die Stabsarbeit auf Kreisebene unterstützt und drei Mal waren wir im überörtlichen Einsatz und haben unseren Kameraden in anderen Kommunen geholfen.“

Was auf dem Papier nur nach Zahlen und Statistik aussieht, ist in Wahrheit gefüllt mit Emotionen, Schweiß und Erinnerungen. Gleich zu Beginn des Jahres waren viele der 128 aktiven Rödinghauser Feuerwehrleute beim starken Wintereinbruch im Einsatz und hielten die Feuerwehrhäuser drei Tage lang rund um die Uhr besetzt, um im Notfall schneller ausrücken zu können. Das ein oder andere Fahrzeug zogen die Ehrenamtler mit Hilfe der leistungsstarken Einsatzfahrzeuge aus dem hohen Schnee und machten sogar Wege frei für Rettungsfahrzeuge. Ende April schafften es die Rödinghauser Feuerwehrleute ein brennendes Fahrzeug aus einer Garage zu ziehen und verhinderten so den Übergriff der Flammen auf Garage und Wohnhaus. Im Juni kämpften die freiwilligen Helfer nicht gegen Feuer, sondern gegen Wassermassen. Das Starkregenereignis, das Rödinghausen weitestgehend verschonte, sorgte in den Nachbarkommunen für vollgelaufene Keller und überflutete Straßen. Die Rödinghauser Abteilungen unterstützen die Kameraden in Enger. Neben etlichen Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen gab es in 2021 auch einen sogenannten „Massenanfall von Verletzten und Erkrankten“. So wird eine Situation bezeichnet, bei der mit einer großen Zahl von Notfallpatienten zu rechnen ist. In diesem Fall ging es um eine zu hohe Kohlenmonoxid-Konzentration bei einer Grillparty.Auch eine der überörtlichen Hilfeleistungen hatte es in diesem Jahr in sich. In Gruppenstärke mit Löschfahrzeug leistete die Rödinghauser Wehr akute Hilfe in den Flutgebieten an der Ahr und in der Eifel. „Das waren zum Teil erschütternde Eindrücke, die keiner von uns so einfach hinter sich lässt“, erinnert sich Marcel Breitenfeld.Um den Wert und das Engagement der Einsatzkräfte weiß natürlich auch Bürgermeister Siegfried Lux, der sich im Ausschuss besonders für den freiwilligen Einsatz zum Wohle der Bevölkerung bedankte. „Das Mindeste, was wir von Seiten der Verwaltung und der Politik tun können ist, unsere Feuerwehr so gut wie möglich auszustatten“, so der Bürgermeister.Feuerwehrleiter Marcel Breitenfeld berichtete im weiteren Verlauf des Abends von den vielen Stunden, die sein Stellvertreter Andreas Barre in die Überarbeitung der Alarm- und Ausrückordnung gesteckt hat, von neu angeschaffter Technik und zusätzlicher Ausrüstung. Zwei neue Mehrzweckfahrzeuge habe die Gemeinde im März an die Löschgruppen Bieren und Rödinghausen übergeben. Im Laufe des Jahres wurden die Aufträge für zwei Gerätewagen Logistik 2 und zwei Tanklöschfahrzeuge 3000 erteilt. Außerdem investierte die Gemeinde in Ausrüstung für die Brandbekämpfung, für Wasser- und Eisrettung, für ABC-Einsätze und in Training und Ausbildung der Feuerwehrleute.

Quelle Westfalen Blatt vom 17.12.2021